Beim Kalteinsenken wird ein Senkstempel, auch Pfaffe genannt, mit hoher Oberflächengüte, stetigem Druck und geringer Geschwindigkeit in ein vorbereitetes Werkstück aus weichgeglühtem Stahl auf eine bestimmte Tiefe eingesenkt.
Die Matrizen (Formhälften) können beim Senken freistehen ( Bild freistehende Matrize ) oder in einem Haltering gefasst werden .
Die Matrizenstirnfläche, in der Regel eine Teilungsfläche der Form, muss wegen des Einziehens der Kanten stets spanend nachgearbeitet werden. Zweckmäßig wählt man daher eine gewölbte Ausgangsfläche.
[[Bild:Einzug einsenken.jpg|thumb|right|250x250px]]Bei Stempeln mit mehreren Absätzen verschwindet der anfänglich gebildete Einzug nicht, wenn der nächstgrößere Absatz mit dem Einsenken beginnt. Zur Erzielung scharfer Kanten ist es daher erforderlich, nach dem Einsenken bis zum ersten Ansatz den eingezogenen Teil der Matrize ( Bild Einzug beim Einsenken ) nachzuarbeiten, bevor das Senken bis zum nächsten Absatz fortgesetzt wird.
Um glatte Formwände zu erhalten, soll das Einsenken in einem ununterbrochenen Arbeitsgang erfolgen. Bei umfangreichen Einsenkarbeiten kann es notwendig sein, das Einsenken in mehreren Stufen vorzunehmen, damit der Formwerkstoff durch Zwischenglühen wieder bildsam gemacht werden kann.
Zum Kalteinsenken eignen sich hydraulische Pressen, die für Presskräfte bis 50 MN hergestellt werden. Die Senkgeschwindigkeit lässt sich bei diesen Pressen genau einstellen. Sie soll je nach Matrizenwerkstoff und Stempelform zwischen 0,002 mm/s und 0,2 mm/s liegen.
Beim Kalteinsenken werden große Kräfte benötigt und wirksam, wodurch erhöhte Unfallgefahr besteht. So kann z. B. der gehärtete Stempel ausbrechen oder die Matrize kann platzen. Aus diesem Grunde müssen die Einsenkpressen genügend starke Schutzgitter besitzen, welche die nähere Umgebung abschirmen.
Um tiefere Einsenkungen zu ermöglichen und um die Presskraft zu verringern, werden die Matrizen außen teilweise freigearbeitet. Der beim Senken verdrängte Werkstoff füllt diese Freiarbeitungen aus. Es ist jedoch dabei zu beachten, dass eine zu große Aussparung an der Unterseite der Matrize zum Abscheren des Werkstoffes führen kann.
Deshalb ist die Höhe der Matrize von Bedeutung. So ergaben Versuche, dass das Verhältnis Stempeldurchmesser zur Dicke des Bodens nach dem Einsenken nie kleiner als 5 : 1 sein soll.
Der Haltering muss beim Senken die auftretenden Seitenkräfte aufnehmen. Durch Anbringen entsprechender Einsätze können die Halteringe auch beim Einsenken kleiner Matrizen verwendet vverden. Als Werkstoff für Halteringe kommen zähharte Vergütungsstähle mit einer Festigkeit von 950 N/mm' bis 1100 N/mm<sup>2</sup> zur Verwendung.
Die Reibung zwischen Stempel und Matrize wird durch Verkupfern des Stempels und durch Schmieren mit Mineralöl oder Molybdändisulfid (MoS<sub>2</sub>) herabgesetzt; das Einsenken vvird durch Erwärmen der Matrize auf etwa 150 'C erleichtert. Als Werkstoff für kalt einzusenkende Formen eignen sich niedrig gekohlte Stähle, z. B. 5CrMo16, die nach dem Einsenken einsatzgehärtet werden.
=== Warmeinsenken ===
Das Warmeinsenken erfolgt bei Temperaturen der Matrize von 850 'C bis 1000 'C. Der Senkstempel wird aus Warmarbeitsstahl, z. B. X210CrW12, hergestellt.
Beim Warmeinsenken arbeitet man mit höheren Senkgeschwindigkeiten und benötigt eine geringere Einsenkkraft als beim Kalteinsenken, jedoch muss die Form gebeizt und geglättet werden.
Der Senkstempel muss eine den hohen Anforderungen entsprechende Bauweise erhalten. So dürfen beim Aufsetzen und Eindringen des Stempels keine zu großen Biegebeanspruchungen auftreten. Um ein Verkanten des Stempels zu vermeiden, ist eine genügend breite Auflage des Stempels vorzusehen. Der Übergang vom Stempel zum Stempelfuß muss gut abgerundet sein.
Nach der ersten Pressung verformen sich die Stempel geringfügig, kommen aber dann zum Stillstand. Es empfiehlt sich deshalb, den Einsenkpfaffen vorher probeweise zwei‑ bis dreimal bis zu einer max. Druckhöhe zu belasten, dann fertig zu bearbeiten und abschließend den Senkstempel bei 180 'C einer 8‑stündigen Wärmebehandlung zu unterziehen.
Als Stempelvverkstoffe eignen sich hochlegierte Stähle mit hohem Chromgehalt. Sie vereinen großen Druckwiderstand mit relativ guter Zähigkeit, sind hochglanzpolierbar und können eine Gebrauchshärte zwischen 61 HRC und 63 HRC erreichen.
== '''Durchdrücken''' ==
Durchdrücken ist das Druckumformen eines Werkstückes durch teilweises oder vollständiges Hindurchdrücken durch eine formgebende Werkzeugöffnung ( Matrize ) unter Verminderung des Querschnittes oder des Durchmessers. Zu den Verfahren zählen : das '''Strangpressen''' und das '''Fließpressen'''.
=== '''Strangpressen''' ===
Beim Strangpressen von Metallen wird das Ausgangsmaterial in Form von Rund- bzw. Hohlbarren in den Blockaufnehmer, den Rezipienten, gebracht. Ein Stempel staucht den Werkstoff an und drückt ihn sodann durch den in die Matrize eingearbeiteten Profildurchbruch.
Beim Strangpressen von Metallen wird das Ausgangsmaterial in Form von Rund- bzw. Hohlbarren in den Blockaufnehmer, den Rezipienten, gebracht. Ein Stempel staucht den Werkstoff an und drückt ihn sodann durch den in die Matrize eingearbeiteten Profildurchbruch ( Bild Vollprofilstrangpressen). Die Matrize ist das formgebende Werkzeug beim Strangpressen. Von ihrer zweckmäßigen Gestaltung hängt im Wesentlichen ihre Lebensdauer ab( Bild Strangpressmatrize ).[[Bild:Vollprofilstangenp.jpg|thumb|left|250x250px]][[Bild:Strangpressmatrize.jpg|thumb|right|250x250px]] Zur Formgebung dienen die in die Matrize parallel eingearbeiteten Profile, welche zur Erzielung einer hohen Oberflächengüte des Strangprofiles poliert sind( Bild Strangenpressprofile). Um dem Werkstoff das Einlaufenin die Matrize zu erleichtern, ist die Einlaufseite mit einem Radius 1mm bis 5mm versehen. Dadurch wird auch dem zur Verringerung der Reibung notwendigen Schmiermittel das Eindringen in den Matrizendurchbruchermöglicht. Die Auslaufseite der Matrize ist kegelförmig erweitert, damitdas zur Kalibrierung der Profilstangen erforderliche zylindrische Profil nicht unnötig lang wird. Dadurch wird die Reibung vermindert. Durch eine gewölbte Ausführung der dem Pressgut zugewandten Seite der Matrize entsteht ein vergrößerter Raum zur Aufnahme der unreinen Pressrückstände.[[Bild:Hohlprofil-Strang.jpg|thumb|right|250x250px]]Zur Herstellung von Hohlprofilen wird in den Matrizendurchbruch ein Dorn eingeführt, der das gewünschte Innenprofil besitzt.
Zur Formgebung dienen die in die Matrize parallel eingearbeiteten Profile, welche zur Erzielung einer hohen Oberflächengüte des Strangprofiles poliert sind. Um dem Werkstoff das Einlaufen in die Matrize zu erleichtern, ist die Einlaufseite mit einem Radius 1mm bis 5mm versehen. Dadurch wird auch dem zur Verringerung der Reibung notwendigen Schmiermittel das Eindringen in den Matrizendurchbruch ermöglicht. Die Auslaufseite der Matrize ist kegelförmig erweitert, damit das zur Kalibrierung der Profilstangen erforderliche zylindrische Profil nicht unnötig lang wird. Dadurch wird die Reibung vermindert. Durch eine gewölbte Ausführung der dem Pressgut zugewandten Seite der Matrize entsteht ein vergrößerter Raum zur Aufnahme der unreinen Pressrückstände.
Zur Herstellung von Hohlprofilen wird in den Matrizendurchbruch ein Dorn eingeführt, der das gewünschte Innenprofil besitzt.
Nach dem Ugine-Sejournet-Verfahren lassen sich auch Werkstoffe mit höheren Festigkeiten verarbeiten. Sie müssen dann auf Knettemperatur erwärmt werden. Um größere Verschleißerscheinungen an Druckstempel und Matrize zu vermeiden, wird Glas als Schmier- und Isoliermittel verwendet.
Rascher Temperaturwechsel, hohe Druckkräfte und große Reibungskräfte stellen hohe Anforderungen an den Werkstoff, aus dem Matrizen hergestellt werden. Man verwendet deshalb Warmarbeitsstähle, die mit Wolfram, Kobalt, Chrom, Nickel, Vanadium und Molydän legiert sein können. Seit der Entwicklung des Erodierverfahrens sind auch immer mehr Hartmetalle im Gebrauch.
=== '''Fließpressen''' ===
Beim Fließpressen werden aus dicken Platinen, das sind Blechausschnitte oder Stangenabschnitte, Werkstücke mit verschiedenen Querschnitten ( rund, quadratisch, rechteckig u. a.) geformt. Die für diese Kaltumformung notwendigen Werkzeuge sind Pressstempel und Pressbuchse.