Im Heißkanalsystem '''(Bild 1)''' wird die in den Verteilerkanälen enthaltene Masse durch Heizpatronen oder/ und Rohrheizkörper '''(Bild 2)''' ständig auf Schmelztemperatur gehalten. Um einen Wärmeübergang vom Heißkanalbereich auf das wesentlich kühlere Werkzeug zu meiden, müssen die Kontaktflächen minimiert, ein isolierend wirkender Luftspalt sowie Reflektorbleche vorgesehen werden. Thermofühler in verbindung mit einem Regelkreis sorgen für eine möglichst gleichmäßige Temperatur im Angießsystem.
Es werden außen- und innenbeheizte Heißkanalsysteme unterschieden.
'''Außenbeheizte''' Heißkanalsysteme transportieren Wärmeenergie von außen in den Verteilerkanal (Bild 2a).
'''Innenbeheizte''' Heißkanalsysteme (Bild 2b) benutzen eine Heizpatrone, die im Verteilerkanal steckt und vom schmelzflüssigen Material umgeben wird.Der Schmelzkanal besitzt in der äußeren Schicht, ähnlich dem Isolierkanalwerkzeug Kunststoffmaterial, das eine eigenisolierende Wirkung besitzt und benötigt somit weniger elektrische Energie.
Die '''Vorteile'''von Heißkanalwerkzeugen sind:
* Einsparung von Kunstoffmaterial
* keine Angussentsorgung, keine Aufbereitung
* Anspritzpunkte in großer Entfernung von der Plastifiziereinheit realisierbar
* keine Nacharbeit zum Entfernen des Angusses
* Etagenwerkzeuge nur mit Heißkanalsystemen möglich