Um das Alter von abgestorbenem organischen Material (z. B. der Holzplanke
eines alten Schiffes oder den historischen Knochenfund eines Menschen) zu bestimmen, wird der Anteil des darin enthaltenen Kohlenstoffisotopes <sup>14</sup>C ermitteltdie [[Radiocarbonmethode]] angewendet.
Das β-strahlende Kohlenstoffisotop <sup>14</sup>C wird unter Einwirkung kosmischer Strahlung in der oberen Atmosphäre aus Stickstoff gebildet:
[[Bild:C-14.png]]
Durch diesen Prozess hat sich in der Atmosphäre im Laufe der Jahrmillionen eine Gleichgewichtskonzentration von <sup>14</sup>CO<sub>2</sub>
eingestellt. Sie entspricht 16 <sup>14</sup>C-Atom-Zerfällen je g Kohlenstoff pro Minute, ist also außerordentlich
gering. Gleiches gilt für lebende Pflanzen und Tiere, die durch Stoffwechsel die Gleichgewichtskonzentration von <sup>14</sup>C in sich aufnehmen und sie während ihrer Lebenszeit infolge des
dauernden Ausgleichs mit der Umwelt konstant halten.
Sobald aber ein lebender Organismus stirbt,
vermag er kein <sup>14</sup>C mehr aufzunehmen. Damit sinkt die <sup>14</sup>C-Aktivität
nach Ablauf von 5.730 Jahren auf die Hälfte (Halbwertszeit, Zerfall von 8 <sup>14</sup>C-Atomen je g C pro Min.),
nach Ablauf von 11.460 Jahren auf ein Viertel (Zerfall von 4 <sup>14</sup>C-Atomen je g C pro Min.) usw.
Umgekehrt kann man somit aus dem Maß der in einem abgestorbenen Organismus je Gramm C noch vorhandenen <sup>14</sup>C-Aktivität
mit Hilfe der Halbwertszeit von <sup>14</sup>C zurückrechnen, zu welchem Zeitpunkt er noch volle
Aktivität besaß, d. h. wann er gestorben ist. Auf diese Weise ist eine experimentelle Überprüfung
geschichtlicher und vorgeschichtlicher Zeitangaben (Altersbestimmungen zwischen 400 und 30.000